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ProPaketBox e.V.: Positionen zur Bundestagswahl 2021


(Bild-Quelle: Pexels.com)


Mit dem zunehmenden Online-Shopping sind in den letzten Jahren die Paketmengen stetig gewachsen. Durch die Corona-Pandemie hat sich dieser Trend insbesondere bei Bestellungen von Endverbrauchern (B2C-Segment) verstärkt und wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen.


Anbieterneutrale Paketboxen sind nachhaltig und entsprechen dem Verbraucherwunsch nach einer einfachen und sicheren Zustellung vor Ort, ohne selbst zuhause sein zu müssen.


Mit anbieterneutralen Paketboxen den Verkehrsfluss fördern und Schadstoffemissionen reduzieren

Die Paketdienste gelangen insbesondere bei der Zustellung auf der letzten Meile, von der Übernahme der Pakete durch den Paketzusteller bis zur Übergabe an den Kunden, an ihre Kapazitätsgrenzen. Sofern noch zusätzliches Personal gewonnen werden kann, beschäftigen die Paketdienste immer mehr Paketzusteller, die zumeist mit Transportern unterwegs sind. Für die Übergabe beim Kunden benötigen sie im Vergleich zum Beladen und der zurückzulegenden Wegstrecke die meiste Zeit pro Paket. Dazu wird häufig in zweiter Reihe geparkt, was den Verkehrsfluss behindert und Unfallgefahren in sich birgt. Zudem werden durch Staus vermeidbare Schadstoffemissionen erzeugt.


Das Umweltbundesamt hatte im Januar 2021 die Umweltemissionen von im lokalen Ladengeschäft erworbenen Waren mit denen des Onlinehandels verglichen und kam zu dem Schluss, dass es keine pauschale Präferenz für den einen oder anderen Weg gibt. Das größte Potenzial zur Schadstoffreduzierung wird auf der letzten Meile gesehen. Neben der gewählten Antriebsart für die Zustellung könnte auch eine Verlagerung der Zustellung in die Tagesrandzeiten den Verkehr tagsüber entzerren. Dazu wären Paketboxen am Wohnort Voraussetzung.


Mit anbieterneutralen Paketboxen dem Verbraucherwunsch entsprechen

Um die Effizienz auf der letzten Meile zu erhöhen, hinterlegen die Paketdienste die Sendungen zunehmend an alternativen Orten wie Paket-Shops oder von den Paketdiensten betriebene Paketstationen, wo sich die Verbraucher die Sendungen abholen müssen. Dies verursacht bei den Empfängern nicht nur zusätzlichen Aufwand, sondern durch den Sekundärverkehr - häufig mit dem eigenen Pkw - auch zusätzliche Umweltbelastungen. Laut Umfragen wünscht sich in Deutschland jeder Dritte einen „Briefkasten fürs Paket“ – also eine einfache und sichere Zustellung durch alle Paketdienste zuhause, ohne selbst anwesend sein zu müssen. Die Entnahme kann jederzeit rund um die Uhr erfolgen.


Gleiches gilt für die Zustellung: Boxen, in die jeder Paketdienst einliefern kann, bieten im Vergleich zu Einrichtungen der jeweiligen Paketdienste den Vorteil, dass das Paket weiterhin zum Empfänger kommt und nicht der Empfänger zum Paket, womit der Sekundärverkehr komplett entfallen könnte. Zudem wäre dann auch eine Belieferung der Paketboxen in den Tagesrandzeiten möglich. Dieser wäre ein Beitrag zur Verkehrsentzerrung und somit zum Umweltschutz.


ProPaketBox e.V. setzt sich dafür ein, dass Verbraucher Pakete so einfach und sicher empfangen können wie Briefe: direkt am Wohnort, ohne selbst anwesend sein zu müssen.


(Bild-Quelle: pexels.com)


Ab Juli klingelt der DHL-Paketbote nicht mehr, wenn Empfänger eine Abstellgenehmigung erteilt haben. Das spart Zeit und steigert die Effizienz der stark ausgelasteten Paketboten.

Damit forciert DHL die kontaktlose Übergabe – auch wenn der Empfänger anwesend ist. Dies spart den Paketboten nicht nur Zeit, sondern gibt den Empfängern auch mehr Flexibilität bei ihrer Tagesgestaltung. Auch der BIEK, wo die anderen großen Paketdienste organisiert sind, setzt zunehmend auf unattended Delivery.


Immer mehr Verbraucher nutzen als Ablageort eine sichere Paketbox anstelle eines für jedermann zugänglichen Orts. Anbieteroffene Paketboxen bieten den Vorteil, dass alle Paketdienste einliefern können und Pakete so einfach wie Briefe empfangen werden können. Zudem können Retouren über elektronischen Paketboxen auf den Weg gebracht werden, wenn der Paketbote sie einfach mitnimmt.


Derzeit ist es für Verbraucher noch recht umständlich, jedem Paketdienst eine separate Abstellgenehmigung zu erteilen. ProPaketBox e.V. setzt sich dafür ein, gemeinsam mit den Paketdiensten eine einfachere und einheitliche Lösung zu finden. Eine kleine Verbesserung hat DHL eingeführt. Dort kann man jetzt für den gesamten Haushalt eine Abstellgenehmigung erteilen.


Mit diesem weiteren Schritt unterstützt DHL die Nutzung anbieterneutraler Paketboxen am Wohnort und bleibt damit seinem langjährigen Ziel, immer nachhaltigere Zustellkonzepte zu entwickeln, treu. Dass Onlineshopping sogar nachhaltiger als der Einkauf im Geschäft vor Ort sein kann, hat selbst das Umweltbundesamt Anfang dieses Jahres in einer Studie postuliert.


Pakete zu erhalten, muss so einfach und sicher werden, wie der Empfang von Briefen.


(Bild-Quelle: pexels.com)


Mit dem zunehmenden Online-Kaufverhalten der Verbraucher sind auch die Sendungsmengen gestiegen. Im Jahr 2019 wurden 3,6 Mrd. Pakete transportiert. Durch die Corona-Krise dürfte für 2020 der Zuwachs möglicherweise noch über dem vom BIEK prognostizierten Plus von 4,2 Prozent liegen und die 4 Mrd.-Grenze erreicht worden sein.

Diese Mengen zu transportieren, verursacht einen hohen Schadstoffausstoß. Auf den Straßen sind immer mehr Lieferfahrzeuge sichtbar, was zur weit verbreiteten Annahme führte, dass der Onlinehandel für die Umwelt schädlicher ist als der Einkauf im Geschäft vor Ort. Ob dem tatsächlich so ist, hat das Umweltbundesamt in einer Studie untersucht – mit erstaunlichen Ergebnissen.


Online oder Vor-Ort-Einkauf - Vergleich der Klima-Bilanz

Online- und stationärer Handel weisen bei der Klimabilanz große Unterschiede auf. Während es beim Einkauf vor Ort darauf ankommt, ob die Geschäfte energieeffizient mit Strom versorgt und geheizt werden, entscheidet beim Onlinehandel vor allem die Retourenquote darüber, wie klimafreundlich ein Bestellungsprozess ist. Schickt ein Verbraucher die bestellte Ware wieder zurück, schlägt der für den Rücktransport erzeugte Schadstoffausstoß negativ zu Buche.


Das zeigt folgendes Beispiel: Bei einem Online-Schuhkauf über das Internet werden ca. 660 g Kohlenstoffdioxid emittiert, weitere 370 g fallen für eine mögliche Retoure an (insgesamt 1.030 g). Kauft man einen Schuh im stationären Handel liegen die CO2-Emissionen zwischen 1.270 und 3.270 g – je nachdem ob man für den Einkauf das Fahrrad oder den PKW nutzt.


Die Umwelt-Bilanz des Onlinehandels wird wesentlich durch den Transport beeinflusst. Für die letzte Meile gehen immer mehr Paketdienste dazu über, in Innenstädten mit Elektrofahrzeugen oder Lieferfahrrädern zuzustellen.


Allerdings bietet das Ende der letzten Meile - also die Übergabe des Pakets an den Empfänger – noch weitgehend ungenutztes Optimierungspotenzial: Anbieterneutrale Paketboxen direkt am Wohnort der Empfänger garantieren eine 100%ige Zustellquote. Hinzu kommt, dass die Zustellzeit im Vergleich zur persönlichen Übergabe wesentlich kürzer ist, was die Stopp-Dauer und damit mögliche durch das Parken in zweiter Reihe verursachte Staus ebenfalls reduziert. Auch der häufig motorisierte Sekundärverkehr, wenn der Empfänger sein Paket von einem Punkt abholen muss, entfällt.


Fazit der Öko-Bilanz

Wer online einkauft und die bestellten Produkte in eine anbieteroffene Paketbox direkt am Wohnort liefern lässt, wählt aus ökologischer Sicht den optimalen Einkaufsweg.

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