Vorteile für die Umwelt

Der Logistikbranche wird häufig der Vorwurf gemacht, einen Großteil der Schadstoffemissionen zu verursachen. Es ist die Rede von rollenden Lagerhäusern auf den Autobahnen, von Verpackungsmüllbergen, von Dieselfahrzeugen, die mit Feinstaubausstoß die Umwelt belasten und von Transportern, die in zweiter Reihe parkend Staus verursachen. Dieser Problematik ist sich die Branche bewusst und es gibt viele Ansätze, einzelne Bereiche der Transportkette nachhaltiger auszugestalten.

 

Hierbei liegt noch viel Potenzial in der letzten Meile, also auf dem Weg, den ein Paket vom letzten Sortier- oder Verteilpunkt bis zur Übergabe an den Empfänger zurücklegt. Allerdings wird hierbei zumeist nur aus Perspektive der Paketdienste der Transportweg bis zur Abgabe der Sendung und das Transportmittel berücksichtigt. Inzwischen kommen vermehrt Elektrofahrzeuge oder Lastenfahrräder zum Einsatz. 

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Bislang wenig Beachtung findet der nachgelagerte Verkehr, also wenn der Empfänger seine hinterlegten Sendungen abholen will. Die einzelnen Paketdienste favorisieren verschiedene (zumeist proprietäre) Lösungen, was beim Kunden verschiedene zusätzliche Wege zu diversen Paketshops oder Paketstationen auslöst.

Eine Untersuchung der SESAM GmbH hat ergeben, dass sich bei einer verstärkten Zustellung von Paketen in Paketshops oder -stationen an zentralen Orten der CO2-Ausstoß bis 2025 mindestens verdoppeln wird, da die Empfängerfahren zum Abholen oder Retourieren von Paketen einberechnet werden müssen.

Diese Emissionen könnten durch Paketboxen am Wohnort eingespart werden.

Die Studie zur Nachhaltigkeit von Zustellkonzepten können Sie hier herunterladen:

Die Ökologisierung des Onlinehandels. Studie des Umweltbundesamtes zum nachhaltigen Konsum

Mit dem zunehmenden Online-Kaufverhalten der Verbraucher sind auch die Sendungsmengen gestiegen. Im Jahr 2019 wurden 3,6 Mrd. Pakete transportiert. Durch die Corona-Krise dürfte für 2020 der Zuwachs möglicherweise noch über dem vom BIEK prognostizierten Plus von 4,2 Prozent liegen und die 4 Mrd.-Grenze erreicht worden sein.

 

Diese Mengen zu transportieren, verursacht einen hohen Schadstoffausstoß. Auf den Straßen sind immer mehr Lieferfahrzeuge sichtbar, was zur weit verbreiteten Annahme führte, dass der Onlinehandel für die Umwelt schädlicher ist als der Einkauf im Geschäft vor Ort. Ob dem tatsächlich so ist, hat das Umweltbundesamt in einer Studie untersucht – mit erstaunlichen Ergebnissen.

 

Online oder Vor-Ort-Einkauf - Vergleich der Klima-Bilanz

Online- und stationärer Handel weisen bei der Klimabilanz große Unterschiede auf. Während es beim Einkauf vor Ort darauf ankommt, ob die Geschäfte energieeffizient mit Strom versorgt und geheizt werden, entscheidet beim Onlinehandel vor allem die Retourenquote darüber, wie klimafreundlich ein Bestellungsprozess ist. Schickt ein Verbraucher die bestellte Ware wieder zurück, schlägt der für den Rücktransport erzeugte Schadstoffausstoß negativ zu Buche.

Das zeigt folgendes Beispiel:

Bei einem Online-Schuhkauf über das Internet werden ca. 660 g Kohlenstoffdioxid emittiert, weitere 370 g fallen für eine mögliche Retoure an (insgesamt 1.030 g).

Kauft man einen Schuh im stationären Handel liegen die CO2-Emissionen zwischen 1.270 und 3.270 g – je nachdem ob man für den Einkauf das Fahrrad oder den PKW nutzt.

Die Umwelt-Bilanz des Onlinehandels wird wesentlich durch den Transport beeinflusst. Für die letzte Meile gehen immer mehr Paketdienste dazu über, in Innenstädten mit Elektrofahrzeugen oder Lieferfahrrädern zuzustellen.

Allerdings bietet das Ende der letzten Meile - also die Übergabe des Pakets an den Empfänger – noch weitgehend ungenutztes Optimierungspotenzial: Anbieterneutrale Paketboxen direkt am Wohnort der Empfänger garantieren eine 100%ige Zustellquote. Hinzu kommt, dass die Zustellzeit im Vergleich zur persönlichen Übergabe wesentlich kürzer ist, was die Stopp-Dauer und damit mögliche durch das Parken in zweiter Reihe verursachte Staus ebenfalls reduziert. Auch der häufig motorisierte Sekundärverkehr, wenn der Empfänger sein Paket von einem Punkt abholen muss, entfällt.

Fazit der Öko-Bilanz

Wer online einkauft und die bestellten Produkte in eine anbieteroffene Paketbox direkt am Wohnort liefern lässt, wählt aus ökologischer Sicht den optimalen Einkaufsweg.