Übersicht zu Paketboxen

Paketboxen, die nicht von einem Paketdienst aufgestellt und nur mit den eigenen Paketen bestückt werden, sind in Deutschland noch wenig verbreitet. Dabei wäre es für viele Verbraucher wesentlich bequemer, Pakete direkt zuhause in einer Box zu erhalten, wenn man selbst nicht anwesend ist. Und zwar von allen Paketdiensten.

Solche Boxen gibt es bereits in verschiedenen Varianten für Einfamilien-, Mehrfamilienhäuser oder auch als größere Paketfachanlagen für Wohngebiete. Hinsichtlich der Funktions- und Öffnungsweise unterscheidet man zwischen mechanischen und elektronischen Paketboxen.

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Darüber hinaus gibt es verschiedene Zusatzfunktionen wie Kühlfunktion (bspw. für Lebensmittelbestellungen oder Arzneimittel) oder Zwei-Faktor-Authentifizierung (bspw. als Altersverifikation) für eine höhere Sicherheitsstufe.

Wo die Gemeinsamkeiten sind und wo die Unterschiede, welcher Boxen-Typ mit welchen Funktionsmöglichkeiten sich für welche Wohn- und Lebenssituation eignet, zeigt die nachfolgende Übersicht. Die Hersteller beraten gern bei der Auswahl der passenden Lösung.

Mechanische Paketboxen

 

Mechanische Boxen eignen sich insbesondere für Einfamilienhäuser bzw. für ein bis drei Haushalte, wenn das Bestellverhalten es zulässt, dass sich mehrere Haushalte eine Box teilen. Die Zusteller finden in der Regel eine „offene“ Box vor, legen die Sendung ein und verschließen sie dann mit einem Klick oder auf anderem Weg (bspw. Zahlendrehschloss).

Standort

  • vorwiegend Einfamilienhäsuer und kleinere Mehrfamilienhäuser

Typen nach Material und Funktionsweise

  1. Größere Metallboxen mit Kippvorrichtung

  2. Kleinere Metallboxen ("Ein-Klick-Boxen")

  3. Beutel oder aufklappbare Paketbox

Vorteile

  • benötigen weder Stromanschluss noch Internetempfang

  • sind recht robust und sicher

  • keine laufenden Service- und Verbindungskosten

 

Nachteile

  • keine Retouren möglich

  • befüllte Beutel oder aufklappbare Paketboxen signalisieren in befülltem Zustand, dass niemand zuhause ist

 

Tipp

Da bei "Ein-Klick-Boxen“ immer nur ein Zusteller ein Paket (bei größeren Boxen ggf. auch mehrere) einlegen kann, müssen sie zeitnah geleert werden. Andernfalls sind sie für die nächste Zustellung nicht nutzbar und eignen sich daher nicht, wenn man häufig mehrere Sendungen unterschiedlicher Paketdienste an einem Tag geliefert bekommt.

Vor Anschaffung sollte auch geprüft werden, wie wahrscheinlich es ist, dass Unbefugte eine „Ein-Klick-Box“ missbräuchlich „nutzen“ könnten, so dass der Zusteller dann keine Sendung einlegen kann, da die Box bereits verschlossen ist.

Elektronische Paketboxen

 

Elektronische Paketboxen gibt es in verschiedenen Größen: von einem Fach (eignen sich insbesondere für Ein- und Zweifamilienhäuser) bis zu über 100 Fächern pro Anlage (große Mehrfamilienhäuser, Blocks und Wohnanlagen). Für jede bauliche Gegebenheit gibt es mindestens eine Lösung eines Herstellers.

Je nach Hersteller variieren die Fachgrößen, wobei es für alle gängigen Paketgrößen auch passende Fächer gibt. Daneben gibt es auch Einzelboxen, die bei steigendem Bedarf später ergänzt werden können (Clusterbildung bei Mehrfamilienhäusern und in Siedlungen).

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Standort

  • Ein- und Mehrfamilienhäuser

  • größere Paketfachanlagen auch für Wohnblocks und Wohnsiedlungen geeignet

 

Funktionsweise

  • Öffnung für Zusteller und Empfänger über Touchscreens und/oder Tastatur oder Bluetooth mittels Code, App oder Schlüsselchip

  • Empfänger muss in der Regel über eine App registriert werden


Vorteile

  • Retouren bei fast allen Anbietern möglich

  • einige Hersteller bieten Boxen mit aktiver oder passiver Kühlfunktion an

  • einige Hersteller bieten Boxen mit optional nutzbarer Altersverifikation für bestimmte Pakete an (bspw. für Alkohol und Tabak)

  • Konfiguration mit Klingel-, Gegensprech- und Briefkastenanlagen möglich

  • Integration von Schlüsselchips der Schließanlage des Gebäudes zur Öffnung der Paketboxen möglich

  • Boxen einiger Hersteller benötigen keinen Stromanschluss (Versorgung über Batterie oder Solar Panel)


Nachteile

  • Netzempfang notwendig (LAN, WLAN, Mobilfunknetz oder IoT – je nach Hersteller)

  • Stromanschluss zumeist nötig – insbesondere bei Boxen mit aktiver Kühlung (kleine Kühlschränke)

  • Service-, Verbindungs- und Instandhaltungskosten (ca. 4-7 € monatlich)

 

Tipp

Vor Anschaffung von elektronischen Boxen muss sichergestellt sein, dass Hauseigentümer bzw. -verwaltung einverstanden sind (bzw. selbst die Boxen anschaffen) und mit dem Hersteller bei der Nutzer-Registrierung und Abrechnung zusammenarbeiten.

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Nebenstehend können Sie sich über die verschiedenen Paketbox-Arten einen Überblick verschaffen.