Mit dem zunehmenden Online-Kaufverhalten der Verbraucher sind auch die Sendungsmengen gestiegen. Im Jahr 2019 wurden 3,6 Mrd. Pakete transportiert. Durch die Corona-Krise dürfte für 2020 der Zuwachs möglicherweise noch über dem vom BIEK prognostizierten Plus von 4,2 Prozent liegen und die 4 Mrd.-Grenze erreicht worden sein.

Diese Mengen zu transportieren, verursacht einen hohen Schadstoffausstoß. Auf den Straßen sind immer mehr Lieferfahrzeuge sichtbar, was zur weit verbreiteten Annahme führte, dass der Onlinehandel für die Umwelt schädlicher ist als der Einkauf im Geschäft vor Ort. Ob dem tatsächlich so ist, hat das Umweltbundesamt in einer Studie untersucht – mit erstaunlichen Ergebnissen.


Online oder Vor-Ort-Einkauf - Vergleich der Klima-Bilanz

Online- und stationärer Handel weisen bei der Klimabilanz große Unterschiede auf. Während es beim Einkauf vor Ort darauf ankommt, ob die Geschäfte energieeffizient mit Strom versorgt und geheizt werden, entscheidet beim Onlinehandel vor allem die Retourenquote darüber, wie klimafreundlich ein Bestellungsprozess ist. Schickt ein Verbraucher die bestellte Ware wieder zurück, schlägt der für den Rücktransport erzeugte Schadstoffausstoß negativ zu Buche.


Das zeigt folgendes Beispiel: Bei einem Online-Schuhkauf über das Internet werden ca. 660 g Kohlenstoffdioxid emittiert, weitere 370 g fallen für eine mögliche Retoure an (insgesamt 1.030 g). Kauft man einen Schuh im stationären Handel liegen die CO2-Emissionen zwischen 1.270 und 3.270 g – je nachdem ob man für den Einkauf das Fahrrad oder den PKW nutzt.


Die Umwelt-Bilanz des Onlinehandels wird wesentlich durch den Transport beeinflusst. Für die letzte Meile gehen immer mehr Paketdienste dazu über, in Innenstädten mit Elektrofahrzeugen oder Lieferfahrrädern zuzustellen.


Allerdings bietet das Ende der letzten Meile - also die Übergabe des Pakets an den Empfänger – noch weitgehend ungenutztes Optimierungspotenzial: Anbieterneutrale Paketboxen direkt am Wohnort der Empfänger garantieren eine 100%ige Zustellquote. Hinzu kommt, dass die Zustellzeit im Vergleich zur persönlichen Übergabe wesentlich kürzer ist, was die Stopp-Dauer und damit mögliche durch das Parken in zweiter Reihe verursachte Staus ebenfalls reduziert. Auch der häufig motorisierte Sekundärverkehr, wenn der Empfänger sein Paket von einem Punkt abholen muss, entfällt.


Fazit der Öko-Bilanz

Wer online einkauft und die bestellten Produkte in eine anbieteroffene Paketbox direkt am Wohnort liefern lässt, wählt aus ökologischer Sicht den optimalen Einkaufsweg.

Unternehmensinitiative für anbieteroffene Paketboxen, die so einfach funktionieren wie Briefkästen

Bei Pro PaketBox haben sich Ende Juni fünf Hersteller, Anbieter und Betreiber von über 250.000 anbieteroffenen Paketboxlösungen zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für diese bequeme und umweltfreundliche Form des Paketempfangs zu engagieren. Jeder dritte Verbraucher möchte gern Pakete auch in Abwesenheit direkt zu Hause erhalten und wünscht sich dafür Paketboxen, die so einfach und sicher funktionieren wie Briefkästen.

Bereits mehr als 400.000 User nutzen direkt am Wohn- oder Arbeitsort anbieteroffene Paketboxen der Mitglieder der Initiative. Hier können Pakete und andere Waren nicht von nur einem Paketdienst, sondern von allen – auch regionalen Händlern oder Lieferdiensten – eingeliefert werden.


Anbieteroffene Systeme haben viele Vorteile: jeder Paketdienst hat eine 100%ige Zustellquote beim ersten Versuch, was viel Zeit auf der kostenintensiven letzten Meile spart. Dadurch blockieren Paketfahrzeuge nicht mehr so lange eine Fahrspur, wodurch der Verkehr flüssiger und die Umweltbelastung reduziert wird.


Sowohl der zweite Zustellungsversuch als auch der Sekundärverkehr durch Abholfahrten der Empfänger zum Paketshop oder einer Packstation entfallen. Auch dies reduziert den Schadstoffausstoß. Und für die Sendungsempfänger ist es komfortabel, Pakete direkt und so einfach wie Briefe zugestellt zu bekommen, ohne selbst anwesend sein zu müssen.


Mehr über die Themen und Mitglieder von Pro PaketBox gibt es unter www.propaketbox.de


Kontakt:

Kathrin Zabel Sprecherin der Initiative Pro PaketBox

info@propaketbox.de || M +49 177 2366352

Pro PaketBox begrüßt die nachhaltig ökologischen Ziele, die Nordrhein-Westfalen mit den vorgesehenen Änderungen der Bauordnung 2018 vorantreiben möchte. Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, sind sinnvolle Maßnahmen, die auch neue zukunftsorientierte Lösungen zur Verkehrsentzerrung und -beruhigung in Wohngebieten umfassen sollte. Hierzu können Paketboxen am Wohnort, die von allen Paketdiensten beliefert werden, einen wesentlichen Beitrag leisten und sollten daher verbindlich in Planungen für neue Wohnprojekte aufgenommen werden.

Daher schlägt Pro PaketBox folgende Ergänzungen in § 48 vor:


Stellplätze für Fahrzeuge und anbieteroffene Paketboxen, Garagen und Fahrradabstellplätze


Sowohl in Absatz (1) als auch (2) sollte die Einrichtung von Anbieteroffenen Paketboxen aufgenommen werden. Absatz (2) Die Gemeinde hat den Geldbetrag für die Ablösung von Stellplätzen und Fahrradabstellplätzen zu verwenden für […]

sollte ergänzt werden durch:

4. Paketfachanlagen oder Paketboxen am Wohnort, die von allen Paketdiensten beliefert und einem neutralen Anbieter oder von Hausverwaltungen betrieben werden.

Begründung

In den letzten fünf Jahren ist das Handelsvolumen im eCommerce um mehr als die Hälfte gestiegen. Heute kaufen mehr als 90 Prozent der Verbraucher in Deutschland online ein. Dieser Trend wurde durch die Corona-Pandemie noch verstärkt.

Ein Anstieg an Bestellungen führt bei den Paketdiensten zu größeren Sendungsmengen. So wurde im vergangenen Jahr im B2C-Segment (an private Verbraucher) ein Plus von 8,6 Prozent im Vergleich zu 2018 verzeichnet. Aufgrund der Corona-Krise ist der eCommerce-Umsatz im 3. Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal laut bevh um 13,8 Prozent erneut stärker angestiegen als im Vorjahreszeitraum. Der vom Paketverband BIEK prognostizierte jährliche Anstieg der Sendungsmengen von 3,6 bis 4,2 Prozent pro Jahr wird somit weitaus höher ausfallen.


Damit steigt die Anzahl der Pakete prozentual in etwa dem gleichen Maße wie die jährlichen Briefmengen abnehmen. Aufgrund dieser Entwicklung wird der Zeitpunkt, an dem die Haushalte in Deutschland mehr Pakete als Briefe empfangen, in absehbarer Zeit eintreten. Dafür müssen bereits heute die Voraussetzungen geschaffen werden.


Die größte Hürde bei der Zustellung heute stellt für alle Paketdienste die Übergabe an den Empfänger dar. Etwa 40 Prozente der privaten Empfänger sind tagsüber nicht zu Hause. Die Paketzusteller benötigen für die Suche nach einem Nachbarn entsprechend mehr Zeit, in der ihr Fahrzeug häufig in zweiter Reihe geparkt den Verkehr behindert.


Häufig werden Pakete auch in einem Paketshop oder einer Paketstation hinterlegt, wo der Empfänger hinfahren muss, um sie abzuholen und damit weiteren Verkehr verursacht.

Dies führt zu Luftverschmutzung und Schadstoffemissionen, die sich durch anbieteroffene Paketfachanlagen und Paketboxen am Wohnort vermeiden lassen.


Paketboxen müssen so selbstverständlich werden wie Briefkästen, wo nicht nur alle Briefdienste, sondern auch weitere Dienstleister die Post problemlos einwerfen können. Anbieteroffene Paketboxen könnten auch von lokalen Einzelhändlern oder Dienstleistern bedient werden.


Über Pro Paketbox

Bei Pro Paketbox haben sich Hersteller, Anbieter und Betreiber von über 250.000 anbieteroffenen Paketboxlösungen zusammengeschlossen, in denen mehr als 400.000 Nutzer Pakete aller Zustelldienste direkt am Wohn- oder Arbeitsort empfangen können. Anbieteroffene Systeme haben viele Vorteile: jeder Paketdienst hat eine 100%ige Zustellquote beim ersten Versuch, was viel Zeit auf der kostenintensiven letzten Meile spart. Dadurch blockieren Paketfahrzeuge nicht mehr so lange eine Fahrspur, wodurch der Verkehr flüssiger wird. Sowohl der zweite Zustellungsversuch als auch der Sekundärverkehr durch Abholfahrten der Empfänger zum Paketshop oder einer Packstation entfallen. All dies hilft, die Umweltbelastung zu reduzieren. Und für die Sendungsempfänger ist es komfortabel, Pakete direkt und so einfach wie Briefe zugestellt zu bekommen, ohne selbst anwesend sein zu müssen.

Kontakt

Kathrin Zabel

Sprecherin der Initiative Pro PaketBox

Kathrin.Zabel@commtogether.de | M +49 177 2366352 | Düsseldorfer Str. 8 | 10719 Berlin

1
2